Kritisches zur Thai-Sprache

Allgemeine Themen, die sich nicht in die Fachbereiche einordnen lassen.

Beitragvon polerio » 02.10.2007, 13:56

klingon hat geschrieben:Hallo polerio,

Du scheinst über eine gesunde Portion Humor zu verfügen - das gefällt mir.


Chai khrap
:D Supposedly ... yes

klingon hat geschrieben:"Experte sein wenn sagen warum Zukunft sehen falsch"


Thoe ben khun infinitiv? Du nicht sprechen können Deutsch?

klingon hat geschrieben:Den Exkurs in Richtung "Wilder Osten" kann ich jetzt nicht so ganz einordnen. Ist mir da vielleicht etwas entgangen?


Befürchte, ja:



Meine Spaghetti ohne h ist meine Replike an das Zitat. Meint der Autor Laotischen oder Thailändischen Wortschatz? Pla-ra ist in Thai ein Lehnwort aus dem Laotischen so wie "Spagetti" ein ital. "Lehnwort" in Deutscher Sprache "wäre". Wenn der Autor einem Italiener sagen würde "Spadschetti" (?), würden die ihn auch nur mit großen Augen ansehen.

Spaghetti ist vielleicht ein zu kompliziertes Beispiel: Nimm einfach Bolog-na ... So häufig von Deutschen ausgesprochen und Italiener machen sich die Hosen nass vor Lachen.

Im Isan berichten mir häufig Menschen, wie dieses oder jenes Wort auf "Isan" lautet - gern und mit einem gewissen Stolz. Soweit ich die Zusammenhänge verstehe, hat "Isan" zumindest (überwiegend) Laotische Wortursprünge. Das "Laotische" lo rot (thai ro ruea) zerfällt in ein h, b oder ein l, nie jedoch in ein zentral-Thailändisches ro ruea wie in Sawatdi kRap. "Klassisches" Beispiel: Hon bo? = Ron ro? Heiß, wah?

Thai wua, Isan gnua, Lao gnua (mit gno gnua geschrieben!!) etc. Deitsch Kuh (lat. bovis)

Oder: Sagt ein zugereister US-Amerikaner zu einem einfachen Leut in Deutscher Hochsprache (die gern Latein verwendet), insbesondere einem einfachen Leut aus der Schweiz, "Quod licet Jovi non licet bovi" ??
... Besser wäre vielleicht so was: "Gruetzi, gel, boas der Bauer nid kennt dessch frischt'de a ned"? Nur, ob der US-Amerikaner, vielleicht noch einer aus dem mittleren Westen, das von der Aussprache so hinkriegt?

Und ... deswegen die ANGEWENDETE Deutsche Sprache ...

Ein vorletztes: Die Thailändische Nation ist hinsichtlich Alter, agrarischer Struktur etc. ganz anders strukturiert als die Deutsche. Allein aus diesem "statistischen" Grund müssen Klischees, der Deutsche als solcher, der Thai als solcher, hier voneinander abweichen.

Ein letztes: Hier wird "Kritik an der Thailändischen Sprache" diskutiert. Der Jupiter, der das dürfte, wäre das Thailändische Bildungssystem, der König, universitäre Einrichtungen, das Royal Institut. Was mischen sich da Menschen mit Migrationshintergrund ein, die der Thailändischen Sprache kaum mächtig sind? Der Herr, der da kritisiert, ist ja "Anphayanchanat".

Das hatte ich mit meiner "klassischen Verhaltensregel" sagen wollen.

Gruß

Tomat//makhuea-thed
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon klingon » 02.10.2007, 17:54

polerio hat geschrieben:...Was mischen sich da Menschen mit Migrationshintergrund ein, die der Thailändischen Sprache kaum mächtig sind? Der Herr, der da kritisiert, ist ja "Anphayanchanat".

Das ursprüngliche Thema dieses Threads war eigentlich nicht die Kritik an der Thailändischen Sprache an sich, sondern ein von Theo geposteter Text, der sich kritisch mit der Thai-Sprache beschäftigt. Das ist schon ein feiner Unterschied.

Die - meiner Meinung nach - teilweise hochgradig intoleranten Reaktionen auf diesen Text haben mich dazu veranlasst ebenfalls meine Meinung einzubringen. Ansonsten hätte ich hier gar nicht gepostet.

Das inzwischen der Text - um den es anfangs eigentlich ging - in den Hintergrund getreten ist, hat sich so entwickelt und ist normal. Für den Fall, dass es Dich jedoch wirklich stören sollte, dass hier Laien über ein Thema diskutieren, das Thai-Sprachwissenschaftlern vorbehalten sein sollte, kannst Du den Admins ja vorschlagen diesen Thread zu schließen.
klingon
 
Beiträge: 5
Registriert: 25.09.2007, 17:35
Wohnort: Thailand

Beitragvon polerio » 03.10.2007, 05:26

klingon hat geschrieben:
polerio hat geschrieben:...Was mischen sich da Menschen mit Migrationshintergrund ein, die der Thailändischen Sprache kaum mächtig sind? Der Herr, der da kritisiert, ist ja "Anphayanchanat".

Genau das ist die klassische deutsche "Multikulti-Gutmensch-Denke", die dafür sorgt, dass das Leben der hier ansässigen Landsleute noch komplizierter wird, als es schon ist.


Hallo Klingon,

ich habe den Satz jetzt mehrfach gelesen, verstehe aber nicht, was Du damit bzw. mir damit sagen willst.

Der entsprechende Herr sagt, dass er Thai nicht lesen kann. Diesen Herrn würde ich mit Anphayanchanat umschreiben wollen. Analphabet ist er offensichtlich nicht, wie sein Beitrag, in lateinischen Buchstaben (akson angrid) geschrieben, belegt.

Der Herr beschreibt Thai als eine zentralkongolesische bubu baba Sprache, bei der durch Kombinieren von baba bubu und bubu baba neue Worte geschaffen werden, die genauso sinnleer sind wie bubu und baba allein. Da lobt sich doch der Autor seine Deutsche Sprache, in der ich bubue und er babat (Präteritum ich buubte, er babate).

Sollte ich in einem zentralkongolesischen Chatroom eine vergleichbare Anmerkung in bubu baba Sprache über Deutsch hören, würde ich dem ebenfalls Quod licet Jovi non licet tibi bovi engegenhalten.

Was mich an dem Mark Twain Zitat interessiert - und weiß da jemand mehr - ich kannte von "The Awful German language" bisher nur die Kurzversion, die da lautet:

Ein amerikanischer Schriftsteller wollte einst die Deutsche Sprache erlernen. Nach 14 Tagen gab er damit mit den Worten auf: Ich weigere mich eine Sprache zu erlernen, in der das Sächlichste auf der Welt - die Leberwurst - weiblichen Geschlechts, dagegen das Weiblichste auf der Welt - das Mädchen - sächlichen Geschlechts ist.

Warum ich die Kurzversion erzähle? Mark Twain selbst sprach vermutlich Deutsch nicht in Vollendung. Man kann bei dem von Theo zitierten Deutschen Text nur mitschmunzeln, weil es sich um eine gute Übersetzung aus der Englischen Sprache handelt.
Oder weiß jemand etwas mehr über die Deutsch-Kenntnisse von Mark Twain?
Bei der weiteren Interpretation des humorvollen Werks, das nach meinem Verständnis eher auf Liebe zu Deutschland denn auf Chauvinismus gründet, sollte man auch berücksichtigen, dass er damals das Deutsche Reich besuchte, kurz nachdem die Nationwerdung über "das Land der Dichter und Denker" (Deutsch als bürgerliches Gegenkonzept zum Französisch des Hofes/der Adligen/der Kleinstaaterei)" gerade vollendet war. Die Bedeutung von Deutsch in Literatur, Philosophie und Wissenschaft war, als Mark Twain über Deutsch schrieb, eine weit höhere, als Deutsch heute noch besitzt. Ich lese da einen Beitrag zur Lingua Franca Zentraleuropas, die von den Dichtern, Denkern und Wissenschaftlern dieser Zeit überwiegend genutzt wird. Und daher kann ich mitschmunzeln. Er schreibt nicht über die bubu baba Sprache Zentralkongos.

Du bist beruflich in Thailand? Eine Verabredung auf Thailändisch funktioniert so, dass man sich um 13:00 Uhr verabredet, um sich um 15:00 Uhr tatsächlich zu treffen? Einen Kollegen kritisiert man nicht, selbst wenn er den größten Blödsinn macht, da das Gesichtsverlust bedeutet? Das sind die Leidensgeschichten, die ich in diesem Zusammenhang zumeist darüber höre.

Ich bin weiterhin der Auffassung, dass Kritik an der Thailändischen Sprache primär von den Instiutionen ausgehen sollte, die dafür zuständig sind.

Ich selbst lebe und arbeite in Europa. Meine Frau ist Thailändische Staatsbürgerin. Zu unserer Gesamtlebensplanung gehört mit dazu, später einmal nach Thailand zurückzukehren (meine Frau) bzw. nach Thailand zu migrieren (ich als Pensionär).

Kritik an Thailand:

1. Das Farang-Eigentumsrecht an Grund und Boden

Meine Frau und ich sind Eigentümer unseres Hauses in Deutschland. "Unser" Haus in Thailand gehört meiner Frau. Gemeinsam in Thailand zu investieren, geht nicht so recht. Es könnte ja sein, dass meinen Frau nicht meine Frau ist, sondern eine "Strohfrau".

2. Die Verkehrssicherheit

In 5 Jahren habe ich 2 Angehörige im Isan durch tödlich verlaufende Autounfälle verloren.

3. Der Mangel an internationalem Denken sive schlichter Nationalismus

Wie soll ich das ausdrücken: In Chats mit US-Amerikanern kann ich mich gelegentlich nicht des Eindrucks erwehren, es sei dort nicht bekannt, dass es über Englisch (und eventuell noch Spanisch) hinaus weitere Sprachen auf dieser Welt gäbe. Im Isan (auch in Bangkok dürfte das grundsätzlich nicht anders sein) kann ich mich ebenfalls nicht des Eindrucks erwehren, dass die Kinder dort meinen, ich spräche pasa farang und würde diese pasa farang in akson angrid schreiben...
Ich selbst arbeite für die EU und mein Arbeitsalltag ist davon gepägt, dass zunächst einmal jedes Dokument in eine der 23 (?) offiziellen Sprachen der EU übersetzt werden muss - einschließlich Isländisch...

An dieser Stelle könnte i.ü. auch "Kritik" an der Thailändischen Sprache ansetzen: Es ist eine Sprache zum rein nationalen Gebrauch. Fast jede Europäische Sprache wird - offiziell - in mehr als einem Mitgliedsland der EU gesprochen. Sprachregelungen müssen in der Regel mindestens bilateral getroffen werden und werden daher intensiver (mit dem Instrument der Europäischen Aufklärung) durchdacht.

Ich weiß jetzt nicht so recht, womit ich Dir das Leben in Thailand schwerer gemacht habe, als ich den anderen Herrn als Anphayanchanat bezeichnete.

Gruß

Tomat
Zuletzt geändert von polerio am 03.10.2007, 07:39, insgesamt 1-mal geändert.
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon polerio » 03.10.2007, 05:55

klingon hat geschrieben:
Das ursprüngliche Thema dieses Threads war eigentlich nicht die Kritik an der Thailändischen Sprache an sich, sondern ein von Theo geposteter Text, der sich kritisch mit der Thai-Sprache beschäftigt. Das ist schon ein feiner Unterschied.

Die - meiner Meinung nach - teilweise hochgradig intoleranten Reaktionen auf diesen Text haben mich dazu veranlasst ebenfalls meine Meinung einzubringen. Ansonsten hätte ich hier gar nicht gepostet.

... kannst Du den Admins ja vorschlagen diesen Thread zu schließen.


Oooops, jetzt hast Du den Text geändert, den ich gerade kommentiert hatte.

1. Ich lerne Thai. Du wirst Thai sicherlich besser beherrschen als ich. Kritisches zur Sprache ... mir fällt auf der Lernstufe, auf der ich mich befinde, Kritisches zur Schrift ein. Sollte ich die Kritik äußern? Ein Versuch: Auf S. 20 des Buches von Gero Fischer "Einführung in die Thailändische Schrift" steht unter "Lesung von Konsonantischen Kombinationen 1) Am Wort/Silbenanfang a) Lesung als ein Konsonant .... Beispiele ... จริง djing- aufrichtig (einziges Beispiel) . In der Terminologie von Kaldrack (und daher vermutlich auch der Thailändischen Grammatik) ist dies ein IIb, Gr. 1 - also ein doppelter AK, für den die Tonregel des verändert ausgesprochenen Folgekonsonanten "ร" gilt. Diese Regel besagt, dass sich die Lesung des verändert ausgesprochenen Folgekonsonanten "ร" dahingehend ändert, dass er nicht ausgesprochen wird und - nicht gänzlich unlogisch - sich die Tonhöhe der Silbe nach richtet.

Wenn die Regel endlich beherrscht wird - und es dafür ein einziges Beispiel gibt - fragt sich der Lernende, warum es eine Regel dafür gibt - und nicht schlicht eine einzige Ausnahme.

2. Deinen ersten Beitrag fand ich sehr gut. Mir hat gefallen, dass Du "wagtest", Dich kritisch zu äußern.

3. Ich hatte anfänglich darüber nachgedacht, Dich in Deiner Kritik zu unterstützen. Ich habe es dann gelassen, da ich dachte, das alles endet in der Diskussion von Klischees. Es ging dann auch in der Tat in diese Richtung.

4. Nein, ich werde den Administrator nicht auffordern, den Thread zu schließen. Erfahrungen, die begründen, warum Thailand nicht das Paradies auf Erden ist, interessieren mich. Die Hölle auf Erden ist Thailand nach meinen bisherigen Erfahrungen jedoch auch nicht. Ich bleibe dennoch dabei, dass der "von Theo gepostete Text, der sich kritisch mit der Thai-Sprache beschäftigt", einer Beschreibung des Thais im Sinne einer bubu baba Sprache Zentralkongos entspricht.

Gruß

Tomat
Zuletzt geändert von polerio am 03.10.2007, 07:37, insgesamt 2-mal geändert.
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon polerio » 03.10.2007, 06:33

polerio hat geschrieben:Ich bin weiterhin der Auffassung, dass Kritik an der Thailändischen Sprache primär von den Instiutionen ausgehen sollte, die dafür zuständig sind.


Als ich den zitierten, eigenen Satz las, dachte ich, dass ich doch noch etwas zum Besten geben sollte:

Auf "Romanisierung" der Thai-Schrift bezogen, bin ich in der Tat der Auffassung, dass die dafür zuständige Institution das Royal Institut ist.

Zu dem von mir angemerkten "Mangel an internationalem Denken" ... ist die UNO nicht eine geeignete Institution, das Romanisierungssystem des RI zu kritisieren (ohne bovis zu sein)?

Was ich damit meine:

Die (Englische Übersetzung) des nationalen Romanisierungssystems ist dieses Dokument.

Die internationale Version ist diese Dokument.

In ersterem steht folgendes:

The Thai romanization method is transcription, whereby the sounds are noted by the system of signs of Roman alphabet,

Diplomatisch verbrämte, internationale Kritik an dieser sprachwissenschaftlich leicht verwirrenden Formulierung im nationalen Dokument lese ich aus folgenden Stellen des Dokuments der UNO heraus:

One must bear in mind that the romanization of Thai in this case employs the transcription method. Thus, tone marks (·่, ·้, ·๊ and ·๋) and diacritical marks including the silencing mark (·์) and the vowel shortening mark (·็), are completely ignored. In order to transcribe Thai words correctly one must know how to read and pronounce them.

....

The transliteration of Thai in the standard ISO 11940:1998

Ich will es nicht diplomatisch "entbrämen". Ich hoffe nur, Du siehst meinen Punkt?
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon polerio » 03.10.2007, 07:21

klingon hat geschrieben:
"Einen Experten erkennt man daran, dass er genau begründen kann, warum seine Vorhersage nicht eintraf."

Auf jeden Fall zu viel überflüssige Worte! Wie wäre es mit:
"Experte sein wenn sagen warum Zukunft sehen falsch"

Schon besser, nicht wahr? :twisted: :twisted:



Um es zu vervollständigen: Zu einem späteren Zeitpunkt schreibst Du etwas von "Laien vs. Thailändischen Sprachwissenschaftlern".

Verstehe ich Dich beim ganz oben zitierten richtig, dass Du zunächst den "langen" Deutschen Satz in Thai übersetzt, darauf Thailändische Lese-, Sprech- und Rede-kikiat anwendest um das Ergebnis wieder in Deutsch zurück zu übersetzen?

Wenn ja, wäre meine These, dass das nicht an Thailändischem kikiat + buea liegt, sondern daran, dass Du Thai nur schlecht übersetzen kannst. Wenn ich das richtig verstanden hätte, würde ich Deinen Beitrag in der Tat in die Nähe des von Theo urspünglich zitierten rücken wollen. Das kann es aber nicht sein, was Du sagen wolltest. Dafür sprichst Du einfach zu gut Thai und Deutsch.
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon klingon » 03.10.2007, 09:16

Ich habe meinen ursprünglichen Text geändert, da dieser das Thema in eine Richtung gelenkt hätte, für die dieses Forum nicht geeignet ist.

Ich unterstütze nicht die Behauptung, dass Thai eine "bubu baba Sprache" ist. Dass ich die Thai-Sprache für ein solides Werkzeug halte, hatte ich bereits in meinem ersten Posting geschrieben.

Meine Kritik richtet sich hauptsächlich gegen eine Reduzierung der Sprache auf Floskeln. Ich sage auch nicht, dass diese Art der Anwendung ausschließlich in der Thai-Sprache stattfindet. Ich sage nur, dass es (nach meiner Erfahrung) in Thailand bei einem Großteil der Bevölkerung äußerst beliebt ist, nicht in ganzen Sätzen zu sprechen. Dem stimmt sogar meine thailändische Frau zu.

Und in genau diesem speziellen Punkt bin ich mit dem unbekannten Verfasser des Textes einer Meinung.

Desweiteren behaupte ich noch, dass die ständige Reduzierung auf Floskeln aus einer normalen Sprache eine "bubu baba Sprache" machen kann.

Thema Kritik an Thailand:
Hier habe ich die Erfahrung gemacht dass Farangs, die in Thailand leben, Land und Leute völlig anders sehen - als Thailand-Kenner, die in Deutschland leben. In so manchen Thai-Foren könnte man meinen, die Mitglieder aus Thailand würden mit den Mitgliedern aus Deutschland über unterschiedliche Länder diskutieren. Ich denke, dass es daher keinen großen Sinn macht, wenn ich hier die Punkte auflisten würde, die mir an Thailand missfallen. Schätze mal, dass das eher Ärger geben würde.

Zu Deiner Frage:
"Experte sein wenn sagen warum Zukunft sehen falsch"
Verstehe ich Dich beim ganz oben zitierten richtig, dass Du zunächst den "langen" Deutschen Satz in Thai übersetzt, darauf Thailändische Lese-, Sprech- und Rede-kikiat anwendest um das Ergebnis wieder in Deutsch zurück zu übersetzen?
Du hast die Grundidee zwar korrekt verstanden, das ganze aber viel zu ernst genommen. Im Grunde sollte dieser kleine Seitenhieb eigentlich nur zeigen, was ich von Reduzierungen in Sprache und Grammatik halte. Ich hatte gedacht, die Smily-Teufelchen hätten verdeutlicht, dass es nicht so ganz ernst gemeint war.

Ich denke mal, damit ist alles gesagt:
Ich hege keinen Groll gegen die Thai-Sprache - noch gegen die Leute, die sich für sie begeistern können. Ich habe aber auch kein Problem mit Personen, die ihr eher kritisch gegenüberstehen. Wie bei so vielen Dingen liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Noch ein letzter Punkt:
Erfahrungen, warum Thailand nicht das Paradies auf Erden ist, wirst Du wohl erst machen können, wenn Du hier lebst. Die meisten Informationen, die diesbezüglich in Magazinen, Fernsehberichten, und Foren (...dieses hier ausgeschlossen) weitergereicht werden sind unseriös. Da wird einfach zu vieles schöngeredet oder schlechtgemacht (genau wie in diesem Thread).
Es fällt dann nicht gerade leicht, die wirklich guten Tips zu erkennen und herauszupicken.
Dazu kommt, dass Erfahrungen, die während der Thailand-Reisen gemacht worden sind, sich leider nicht auf das langfristige Leben vor Ort beziehen lassen - auch wenn viele das gerne anders sehen.

Machts gut - und viel Spass beim Thai lernen. :wink:
klingon
 
Beiträge: 5
Registriert: 25.09.2007, 17:35
Wohnort: Thailand

Beitragvon polerio » 03.10.2007, 09:41

klingon hat geschrieben: Dem stimmt sogar meine thailändische Frau zu.

...

Noch ein letzter Punkt:
Erfahrungen, warum Thailand nicht das Paradies auf Erden ist, wirst Du wohl erst machen können, wenn Du hier lebst. Die meisten Informationen, die diesbezüglich in Magazinen, Fernsehberichten, und Foren (...dieses hier ausgeschlossen) weitergereicht werden sind unseriös.

...

Machts gut - und viel Spass beim Thai lernen. :wink:


@klingon

Ich wollte nix kompliziert machen. Ich hoffe, ich habe mit halwegs trockenem Humor weiter geschrieben. Ich denke, wir haben uns jetzt beide zu den nicht nochmals zitierten Punkten von Dir vollumfänglich verstanden. ... seh das meiste so ähnlich (und fand Deinen ersten Beitrag erfrischend)

Allein zu dem letzten eine Randbemerkung von mir zu meiner Person.

Ich selbst bin eigentlich kein Thailand Tourist. Meine Frau habe ich hier in Deutschland kennen gelernt. Sie wollte eigentlich, nach Abschluss ihres Studiums in Bangkok ihren damaligen Freund in den USA besuchen. Das US-amerikanische Visum wurde ihr durch Usama-bin-Laden "verhagelt" (eine etwas merkwürdige Formulierung für die Ereignisse des 11. Septembers/ground zero), so dass sie als 2. beste Alternative Europa besuchte.

Ich machte zuvor immer Urlaub auf den Malediven (begeistert). Richtig als Tourist in (Süd-)Thailand unterwegs war ich eigentlich bisher nur 1x, im Winter nach unserer standesamtlichen Hochzeit in DE.

Ich war enttäuscht - zumindest im Vergleich der Unterwasserwelt mit der der Malediven. Ich mag Thailand. Wir haben ein Haus im Isan. Dort war ich schon häufiger (dort sind jedoch kaum Touristen). Nur, wenn man an den Ballermann will, warum fliegt man dann soweit bis nach Phuket wenn Mallorca liegt so nah... (hab ich tatsächlich damals gedacht)

Wenn ich Urlaub habe, fliegen wir, meiner Frau zu Liebe, nach Thailand. Meine Frau hat jedoch auch Pläne, mal Spanien, Italien, Griechenland... Und vielleicht schaffe ich es ja auch mal, meine Frau für die Malediven zu begeistern.

Das wollte ich noch aus meiner persönlichen Sicht dazu ergänzen. Nicht gegen Thailand gerichtet. Ich wollte Dir nur vermitteln, dass ich praktisch noch nie so richtig "touristisch" in Thailand unterwegs war.

Meine Frau liebe ich ... und dementsprechend auch das Land, aus dem sie stammt. Für mich ist es einfach nur selbstverständlich, Thai zu lernen ... ist aber ganz schön schwierig :-)

Beste Grüße ins schöne und liebenswerte Thailand, auch an Deine Frau

Thomas
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon polerio » 03.10.2007, 12:04

polerio hat geschrieben:
klingon hat geschrieben: Dem stimmt sogar meine thailändische Frau zu.

...

Noch ein letzter Punkt:
Erfahrungen, warum Thailand nicht das Paradies auf Erden ist, wirst Du wohl erst machen können, wenn Du hier lebst. Die meisten Informationen, die diesbezüglich in Magazinen, Fernsehberichten, und Foren (...dieses hier ausgeschlossen) weitergereicht werden sind unseriös.

...

Machts gut - und viel Spass beim Thai lernen. :wink:


@klingon

Ich wollte nix kompliziert machen. Ich hoffe, ich habe mit halwegs trockenem Humor weiter geschrieben. Ich denke, wir haben uns jetzt beide zu den nicht nochmals zitierten Punkten von Dir vollumfänglich verstanden. ... seh das meiste so ähnlich (und fand Deinen ersten Beitrag erfrischend)

Allein zu dem letzten eine Randbemerkung von mir zu meiner Person.

Ich selbst bin kein Thailand Tourist. Meine Frau habe ich hier in Deutschland kennen gelernt. Sie wollte eigentlich, nach Abschluss ihres Studiums in Bangkok ihren damaligen Freund in den USA besuchen. Das US-amerikanische Visum wurde ihr durch Usama-bin-Laden "verhagelt" (eine etwas merkwürdige Formulierung für die Ereignisse des 11. Septembers/ground zero), so dass sie als 2. beste Alternative Europa besuchte.

Ich machte zuvor immer Urlaub auf den Malediven (begeistert). Richtig als Tourist in (Süd-)Thailand unterwegs war ich eigentlich bisher nur 1x, im Winter nach unserer standesamtlichen Hochzeit in DE.

Ich war - zumindest im Vergleich der Unterwasserwelt mit der der Malediven - eher enttäuscht (obschon z.B. Ko Similan sehr nahe an die Malediven heranreicht) . Ich mag Thailand. Wir haben ein Haus im Isan. Dort war ich schon häufiger (dort sind jedoch kaum Touristen). Nur, wenn man an den Ballermann will, warum fliegt man dann soweit bis nach Phuket wenn Mallorca liegt so nah... (habe ich tatsächlich damals gedacht, Mallorca- und Pathong Beach Touristen mögen mir verzeihen)

Wenn ich Urlaub habe, fliegen wir, meiner Frau zu Liebe, nach Thailand. Meine Frau hat jedoch auch Pläne, mal Spanien, Italien, Griechenland... Und vielleicht schaffe ich es ja auch mal, meine Frau für die Malediven zu begeistern.

Das wollte ich noch aus meiner persönlichen Sicht dazu ergänzen. Nicht gegen Thailand gerichtet. Ich wollte Dir nur vermitteln, dass ich praktisch noch nie so richtig "touristisch" in Thailand unterwegs war.

Meine Frau liebe ich ... und dementsprechend auch das Land, aus dem sie stammt. Für mich ist es einfach nur selbstverständlich, Thai zu lernen ... ist aber ganz schön schwierig :-)

Beste Grüße ins schöne und liebenswerte Thailand, auch an Deine Frau

Thomas
There are three kinds of people: Those who can count, and those who cannot.

http://aksarathai.wordpress.com/
Benutzeravatar
polerio
Diamond-Member
 
Beiträge: 667
Registriert: 10.12.2006, 14:45
Wohnort: Bundesdorf Bonn-zai

Beitragvon Schnorchel » 08.01.2010, 12:54

Man bekommt beim Lesen der Meinung des unbekannten Autors die Meinung, das Thai überhaupt nicht in der Lage sind irgendwelche komplizierten Zusammenhänge auszudrücken sondern es gerade noch schaffen sich nicht durch Grunzlaute zu verstaendigen.

Wahrscheinlich ist seine Meinung ein Spiegelbild des Sprachnivous der ihm umgebenen Thais. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Wenn man sich die Masse an Literatur, Gedichtsbänden ect. in Thailand anschaut, wundert es mich doch warum jemand denkt, Thais wären nicht in der Lage fein abgestuft Ihr Gefühle ect. auszudrückten.

Dazu kommt, das der Autor die Thai Schrift nicht beherrscht- sonst hätte er man ein Thai Literaturbuch lesen können... :roll:
Benutzeravatar
Schnorchel
Diamond-Member
 
Beiträge: 876
Registriert: 20.06.2009, 20:00
Wohnort: Bangkok

Beitragvon Schnorchel » 12.01.2010, 08:44

thpitsch hat geschrieben:Wir können “liebeskrank“, “liebeshungrig“, “liebesdurstig“, “liebestoll“, “liebeverlangend“, “liebebegehrend“ usw. sein. Durch Wortzusammensetzungen können wir die Wortbedeutungen verändern und den Ausdruck der Sprache reicher machen.

....

Doch einen Thai habe ich noch nie solche wie die folgenden Sätze sagen hören:

“Wenn ich nach Bangkok gefahren wäre, wäre ich vielleicht im Regen naß geworden.

Wenn ich nicht an den Strand gegangen wäre, hätte ich mich niemals fragen können, ob es mir heiß geworden wäre.

Würde ich damals Geld gehabt haben, wäre ich nicht besoffen gewesen, was mir gut getan hätte.

Wenn der Bus nicht gekommen wäre, säße ich noch heute dort, wo ich schon seit gestern gesessen habe.

Hätte mir Noi nicht ihre Jacke gegeben, wäre ich nicht davon überzeugt gewesen, dass sie auch ein frisches Leibchen angehabt hätte.“




P.S.

Ich glaub das obige kann selbstverständlich in allen Sprachen gesagt werden.

liebeskrank =อกหัก, พลาดรัก (gleich wie eng. "Heartbreak")

liebeshungrig หิวรัก

liebesdurstig=กระหายรัก

Diese Wörter werden natürlich im normalen Leben nicht benutzt, im Deutschen ja auch nicht. Sie kommen eher, wie im Deutschen auch in Novellen, Buechern und Literatur vor.

Wenn ich nicht an den Strand gegangen wäre, hätte ich mich niemals fragen können, ob es mir heiß geworden wäre.
ถ้าไม่ได้ไปที่ทะเล ก็คงไม่ถูกถามว่า ร้อนหรือเปล่า

Würde ich damals Geld gehabt haben, wäre ich nicht besoffen gewesen, was mir gut getan hätte.
ถ้าฉันมีเงิน ตอนนั้นฉันก็คงไม่เมา อะไรหลายๆอย่างคงก็คงจะดีกว่านี้

Tatsächlich wuerden Thais diese Sachverhalte wahrscheinlich so nicht sagen, aber man kann wenn die Situation es verlangt.
"Ich schlage vor, wir konjugieren Verben!"
--------------------------
"Thai-Friends" http://thaifriends-worldwide.blogspot.com/
Benutzeravatar
Schnorchel
Diamond-Member
 
Beiträge: 876
Registriert: 20.06.2009, 20:00
Wohnort: Bangkok

Vorherige

Zurück zu Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron