Mai eek um Silben zu verkürzen?

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Moderator: Rolf K.

Beitragvon Günni » 18.03.2008, 15:22

Hallo,

folgendes ist mir noch aufgefallen:

bei Silben, welche die oben dargestellte Struktur aufweisen und die mit woo wään enden, wird die Silbe lang gesprochen, da woo wään hier am
Silbenende als Vokal u und nicht als Endkonsonant zu interpretieren ist.

Beispiele: แล้ว lä:u แก้ว gä:u แผ่ว phä:u

woo wään und joo jak sind sogenannte Halbvokale, dass bedeutet am Silbenanfang sind sie Konsonanten, am Silbenende jedoch Vokale.

Gruß Günni
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Beitragvon polerio » 18.03.2008, 20:19

Hallo Günni,

wenn ich jetzt länger antworte, liegt das zum einen an meiner eigenen Unsicherheit (ich hoffe, noch eine kürzere Antwort zu finden), zum anderen daran, dass ich länger über Deinen Punkt nachgedacht habe.

Deiner Definiton von Halvokalen möchte ich so nicht ganz folgen. Ein gleich komplizierter Fall:

ออก

Das erste o ang ist hier Tonträger (für einen Vokal), das zweite ein langes, offenes o (vokalischer Gebrauch des o ang), am Silbenende steht jedoch ein Endkonsonant.

Ich würde daher die Definition eines Halbvokals etwas vorsichtiger dahingehend abwandeln, dass es sich um Konsonanten handelt, die auch als bzw. in Vokalen als Zeichen vorkommen. (das sind in Thai drei Konsonantenzeichen, o ang, wo waen und yo yak).

Ein weiteres Problem ist, dass die "offizielle" Lehre in Thailand davon ausgeht, dass es 32 Vokale (sara ni pasa Thai mi 32 tua/siang) gibt.

Diese Zahl 32 entspricht den 28, die Du z.B. auf der 1.Tabelle von Theo siehst, plus den 4 roe, rue, loe, lue.

Darunter stehen nochmals 16. Theo bezeeichnet sie als weitere Vokalkombinationen (Diph- und Triphtonge), "die als Einheit angesehen und gelernt werdern müssen."

Wenn Du diese, insgesamt 48 "Vokalkerne" mit den insgesamt 57 Vokalkernen und "Sonderzeichen" der UNO (2. Tabelle im gelinkten Dokument) vergleichst, ist es sehr leicht herauszubekommen, was die bis zur Zahl 57 verbleibenden Sonderzeichen sind.

So, und jetzt zu unserem Problem: Der Kasus sara e bzw. ae + Konsonat+Halvokal wo waen am Ende ist keiner der 6 Diphtonge aus der Serie der 32 "echten, bzw. gelehrten" sara. Es sind aber zwei/vier Fälle aus der 2. Tabelle von Theo - und haben zudem nach UNO auch eine klare Romanisierungsvorschrift (aeo bzw. eo bzw. Nr. 49-52). Die Halvokale wo waen und yo yak haben i.ü keine eigneständige Romanisierungsvorschrift bei Verwendung als Ek (siehe Tabelle 1 der UNO).

Wenn man nun die Casus aus UNO 49-52 als "Diphtonge" im Sinne der herrschenden Lehre ansehen darf, gälten folgende beiden Regeln von Kaldrack (S. 142, Übungsbuch):

* Die kurne Diphtonge 28, 30, 32 (49, 51?) kommen hauptsächlich in Lehnwörtern aus dem Chinesischen vor und finden Anwendung in der Lautmalerei, d.h. bei der Nachahmung von Naturlauten oder emotionalen Äußerungen.
*Bei der Übertragung der Vokale in Lautschrift wird nicht zwischen kurzen und langen Vokalen unterschieden.

Um es auf den Punkt zu bringen. Die beiden von Dir genannten Diphtonge (wenn man sie so bezeichnen darf, s.o.) gibt es auch in der Kurzversion, wobei das Verkürzungszeichen (wie beim Vorkommen eines EK) zu verwenden ist. Wenn ein Tonzeichen dazutritt, weiß ich nicht mehr, ob es das Verkürzungszeichen ersetz - oder nie eins da war. Es scheint aber bei Diphtongen, zumindest den echten, eh keinen relevanten, erwähnenswerten Unterschied in der Silbenlänge zu geben.

Anders der Fall bei den "einfachen Vokalen" sara e und sara ae.

Kompliziert, ich weiß, aber gegenwärtig fällt mir keine bessere Anwort ein.

Gruß

Thomas
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Beitragvon thpitsch » 19.03.2008, 05:36

Die Regel, sowohl in der Formulierung von Günni als auch der gleichlautenden von Kaldrack, setzt als Kriterium einen Endkonsonanten voraus. wô: wä:n oder jô: jak sind aber am Ende der Silbe keine Endkonsonanten. Die Regel trifft darauf also nicht zu.
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Beitragvon polerio » 19.03.2008, 08:52

Hallo Theo,

ich weiß jetzt nicht genau was Du sagen willst (ich bin ja wegen meiner Unsicherheit auch reichlich unklar).

Ich selbst habe gerade nochmals in meinem Übungsheft VHS Köln nachgesehen: Bei der Lehre von Kam pen/tai habe ich notiert, dass bei den "Endkonsonanten" die Nasallaute no ngu, nu no und mo ma sowie die "Halbvokale" yo yak und wo waen kam pen ergeben.

Die Diskussion, ob yo yak und wo waen am Ende Konsonanten, Halvokale oder Vokale sind, halte ich für etwas unergiebig/theoretisch.

Theoretisch könnte man sagen, dass nach Thai-Lehre es lediglich 32 "echte" sara gibt, während in der Paxis durch Deine Tabelle der 32 + 16 (und den dazugehörigen Romaniserungsregelen) alle Fälle abgedeckt sind. Wenn man sich darauf einigen könnte, dass die + 16 alles Diphtonge sind, würde ich sagen, dass es (alleinstehende) wo waen und yo yak am Silbenende gar nicht gibt.

Der Punkt ist aber immer noch der der Silbenlänge, wenn auf einen dieser "Diphtonge" (aus der Tabelle + 16) ein Tonzeichen zu stehen kommt. Verkürzbar, durch sara a kurz oder Verkürzungszeichen, scheinen zumindest alle zu sein.
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